Dirndl-G’wand – Trachten-Dirndl, Couture Dirndl, Abenddirndl

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte sich im Salzkammergut, in Tirol und in Oberbayern ein Kleidungsstil entwickelt, der in Anlehnung an das Dirndl-G’wand des ‘Dirndls’ – das war die Bezeichnung für die Magd oder Sennerin – von aristokratisch-bürgerlichen Kreisen, die eben da auf Sommerfrische weilten – kopiert und verfeinert wurde: das Dirndl. Leibchen und Kittel waren das bäuerliche Arbeitskleid und strahlten als ‘Unterg’wand’ auch eine gewisse Laszivität aus, welche faszinierte und zur kreativen Kopie anregte.

Foto: fashionable.at - Gössl-Geschäft, München

Gössl Dirndl, Kinderdirndl

Das Dirndl wurde somit gesellschaftsfähig:
Kaiser Franz Josef I. in der Lederhos’n und im Lodenspenzer – das war die Tracht der heimischen Jäger – die Hofdamen im Dirndl. In den 1930er-Jahren, als die Operette “Im weißen Rössl” Weltruhm erreichte und das Dirndl als Modehit entdeckt wurde, ging der neue Bekleidungsstil um die Welt.
Immer noch hat das Dirndl seinen festen Platz im Alltag in gewissen Regionen Österreichs und Südbayerns, wo es eben nicht nur zu Volksfesten und Trachtenhochzeiten hervorgeholt wird.

Foto: fashionable.at, Geschäft Lanz in Wien

Lanz Dirndl

Die internationale und niveauvolle Trachtenmode ist nicht zuletzt geprägt von der Handschrift des Salzburger Trachtenhauses Lanz, das seit der Gründung der Salzburger Festspiele im Jahr 1920 modische Dirndl und Spenzer in alle Welt exportiert. Die Familie Lanz hat aus dem rustikalen Salzburger Kleidungsstil einen Klassiker mit Weltruhm gemacht, nicht zuletzt dank der zahlreichen prominenten ‘Lanz-Träger’ angefangen von Herbert von Karajan bis zu Elizabeth Taylor, von Billy Wilder bis zu Helmut Kohl, von Königin Elizabeth II von England bis zu Caroline von Monaco, Placido Domingo und viele Weltstars mehr.

Relativ neu ist das Abenddirndl, wofür Materialien wie Seidenbrokat und Damast verwendet werden. In den letzten Jahrzehnten erfuhr das Dirndl zahlreiche modische Variationen, was sich auch immer auf die Dirndl-Länge auswirkt, die meist jener der aktuellen Kleiderlänge angepasst wird.

Tostmann Dirndl

Grundsätzlich setzt sich das Dirndl – der ‘Leiblkittel’ - zusammen aus engem Leibl (Mieder), weitem Rock, Bluse und Schürze. Das Mieder kann hochgeschlossen, rund oder eckig ausgeschnitten sein, der Verschluss besteht aus Hafteln, Knöpfen oder Schnüren.
Der Dirndl-Rock ist auf der Taille oder etwas tiefer angesetzt und beim Ansatz an das Mieder meist mit Stäbchenfalten (parallel gereihte Zugfalten) versehen. Leichte Sommer-Dirndl ohne Bluse, oft auch ohne Schürze, oder Landhauskleider, haben ihren Ursprung im sogenannten ‘Hitzg’wandl’. Dabei sind der Dirndl-Rock und Leibl – ‘Brustfleck’ – meist aus dem gleichen leichten Baumwollstoff oder Leinen.

Sportalm Dirndl

Trotz der Bemühungen diverser Trachtenvereine, die das ‘Reine, Unverdor-
bene und Ursprüngliche’ der sogenannten regionalen Tracht (auch hier sind die historischen Grenzen verwischt) mit weltanschaulichem Eifer bewahren wollen, war das ‘echte Dirndl’ immer schon modischen Veränderungen ausgesetzt. Längst wäre das Dirndl von der Bildfläche verschwunden, wäre es tatsächlich unverändert geblieben, was ja eigentlich nie der Fall war. Das Rad der Zeit hat sich immer gedreht und die hübschesten Dirndl-Kreationen wurden oft aus der Not heraus geboren.

Sportalm Dirndl

Sportalm Dirndl

Dennoch gibt es Trachten und Dirndl, die in ihrer überlieferten Form bis heute unverändert getragen werden: die Bregenzerwälder Tracht, die Montafoner Tracht, die Walser Tracht, die Gailtaler Tracht und die Lutzmannsburger Festtracht. Viele unübersehbare Gemeinsamkeiten zeichnen die regionalen Trachten-Dirndl aus:
Der hochgeschlossene oder ausgeschnittene Baumwoll-Leiblkittl, der karierte Leiblkittel mit einem Dirndl-Rock aus demselben Material, Blaudrucke, Streumuster, schwarze Samtverzierungen, Goldborten-Verzierungen, Bänderverzierungen, das Wollbrokat-Mieder mit Verschnürung und Latz, Schnürmieder aus Brokat, der Dirndl-Rock aus schwarzem Wollstoff mit oder ohne rotem ‘Kittelblech’.

Gössl Sommerdirndl, grün/blau

Gössl Dirndl

Nicht zu vergessen sind die schlichten Bürgerkleider mit gezogenen oder in Falten gelegten Ärmeln (Winter-Dirndl) und die Festtrachten aus Brokat mit gehaftelten oder geknöpfelten Leibchen, die Barock- und Rokokotrachten zum Vorbild haben.

In früheren Zeiten wurde das Dirndl vor allem zweigeteilt getragen – als Rock und als Mieder, das die Funktion eines Büsenhalters erfüllte. Was in den 1930er Jahren vereint wurde (nämlich Rock und Mieder) ist heute zum Teil wieder als ‘Single’ da und wird gerade von jungen Leuten sehr gerne getragen.
Immer schon war es Mode, bunte Reinseidentücher mit Knüpffransen zum festlichen Dirndl zu tragen, diese galten früher als Liebesgabe.

Lola Paltinger Dirndl

Dirndl von Lollipop & Alpenrock, ninkphoto.com

Heute widmen sich verstärkt auch Jungdesigner dem Thema Dirndl und Tracht. International gesehen boomt ‘Traditional Wear’ und so auch der heimische Trachtenstil. Mit angesagter Dirndl-Mode werden mit großem Erfolg die Regeln sämtlicher Trachtenmappen auf den Kopf gestellt.

Dieses farblich sehr dezent abgestimmte Couture-Dirndl (Bild links) wurde sogar mit einer Samtschürze versehen – für die Protagonisten der sogenannten ‘echten Tracht’ ein absolutes ‘No go’ – frei nach dem Motto “Erlaubt ist, was gefällt”,  steht man doch in diesem Dirndl sicher nicht am Herd.

Das berühmte Zitat des österreichischen Komponisten Gustav Mahler (1860-1911) läßt sich auch auf das Dirndl, die Tracht und Trachtenmode übertragen: “Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.”

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Ob Alltagsdirndl, Abend Dirndl, Hochzeitsdirndl, Kinder Dirndl oder das Trachtendirndl nach Region - die Dirndlmode ist vielfältig und Tracht liegt im Trend. Immer noch hat das Dirndl seinen festen Platz im Alltag in Regionen Österreichs und Südbayerns, wo es eben nicht nur zu Volksfesten und Trachtenhochzeiten hervorgeholt wird. Und immer schon war das sogenannte ‘echte Dirndl’ modischen Veränderungen ausgesetzt. Längst wäre das Dirndl von der Bildfläche bereits verschwunden, wäre es tatsächlich unverändert geblieben, was ja eigentlich nie der Fall war. Das Rad der Zeit hat sich immer gedreht und die hübschesten Kreationen wurden früher oft auch aus der Not heraus geboren. International gesehen boomt ‘Traditional Wear’ und so auch der heimische Trachtenstil. Demzufolge widmen sich verstärkt auch Jungdesigner dem Thema Tracht. Mit angesagter Dirndlmode werden des öfteren schon mal die Regeln sämtlicher Trachtenmappen auf den Kopf gestellt. Das berühmte Zitat des österreichischen Komponisten Gustav Mahler (1860-1911) läßt sich auch auf die Trachtenmode übertragen: “Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.”

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